"It Is What It Is" – Ein persönlicher Versuch, mit dem Leben klarzukommen (A Personal Attempt at Making Sense of Life)
This was written in German because it’s my native language and I can’t express myself as fluent and eloquently in English as I can in German. If you’re interested in reading this, any LLM should be able to accurately translate this into whatever language you like.
Vorwort
Ich behaupte mit diesem Text nicht das Leben vollends verstanden, oder “die eine Wahrheit” gefunden zu haben. Dieser Post ist auch keine Endgültige Weltformel, mit der man sich alle Lebensfragen beantworten und fehlerfrei durchs Leben gehen kann. Ich bin nur mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich mich selbst als “soweit erwachsen” beschrieben würde. Dabei habe ich vieles gelernt und das möchte ich einmal koheränt niederschreiben. Einmal für mich selbst und einmal für die paar Menschen, die das lesen und nützlich finden, sich vielleicht wiedererkennen. Das ist quasi der aktuelle Stand aus der Vermischung diverser Weltanschauungen, Gesprächen mit geliebten und weniger geliebten Menschen, langen Nächten voller Gedanken und genereller Lebenserfahrung. Ich wäre nicht verwundert, wenn sich einiges ändert, was ich momentan denke, aber der Kern ist doch, so habe ich festgestellt, seit längerer Zeit unverändert.
I. Bedeutungslosigkeit und Freiheit
Ich, wir alle, sind nur geboren weil unsere Eltern ein Kind wollten - oder eben nicht. Es gab keinen kosmischen Plan und keinen göttlichen Willen, sondern in meinem Fall einfach nur einen menschlichen Wunsch. Das mag sehr nüchtern klingen, aber für mich liegt darin eine große Klarheit, denn das heißt, dass ich nichts erfüllen muss außer was ich selbst als sinnvoll erachte.
Wenn man das Leben mit Abstand betrachtet, ist es sehr beliebig. Global sind wir alle maximal bedeutungslos. Im Alltag mag das keine große Rolle spielen, aber rausgezoomt wird schnell klar, dass sich die Welt auch jederzeit ohne uns weiterdreht. Mit unserem Tod sind unsere Gedanken, Gefühle, Probleme und generell alles, was uns beschäftigt, einfach weg. Auf einen Schlag ausradiert. Ja sogar das Universum stirbt am Ende den Hitzetod. Ganz ohne Fußnote, ohne eine Zusammenfassung und ein Abschlusszeugnis gibt’s auch nicht. Und ich finde diesen Gedanken so befreiend. Wenn am Ende alles verschwindet, alles maximal irrelevant ist, alles aufhört zu existieren, warum soll ich mich dann übermäßig stressen, mich selbst und alles was ich tue ständig optimieren oder jedes Detail meines Lebens überdramatisieren?
Das bedeutet auf keinen Fall, dass mir alles egal ist. Aber es bedeutet, dass man aufhören darf, sich ständig einzureden, dass alles, was man tut, weltbewegend sein muss. Dass es einen “Impact” haben muss. Es heißt, dass man Fehler machen und scheitern darf. Dass man auch einfach mal banal und simpel sein kann. Denn die Welt und das Leben verstehen, verurteilen und verzeihen nicht weil sie uns überhaupt nicht wahr- und zur Kenntnis nehmen.
Es gibt kein Karma oder eine andere unsichtbare Gerechtigkeit, die irgendwann einmal für Ausgleich sorgt und die Guten belohnt während sie die Schlechten bestraft. Das liegt auch gar nicht daran, dass die Welt kaputt ist, sondern weil sie schlichtweg neutral ist. Sie ist chaotisch, maximal gleichgültig und völlig unabhängig von uns. Oft ist das, was wir als gerecht und ungerecht empfinden, einfach Willkür und die Verkettung von Umständen, die wir nur selten beeinflussen können.
Und trotzdem bin ich für Menschen wichtig. Für meine Familie, meine Freunde. In diesen Kreisen existiert echte Bedeutung und das reicht völlig aus. “Draußen” bin ich, ist man, zurecht egal und das ist auch nicht deprimierend oder schlimm. Vielmehr empfinde ich es als Befreiung. Ich muss mich nicht größer machen als ich bin, muss nicht um Relevanz kämpfen und kann einfach ich selbst sein.
Selbstredend ist das keine Einladung zur Verantwortungslosigkeit. Natürlich trägt jeder Mensch die Konsequenzen seines Handelns und natürlich ist mein Verhalten nicht egal im sozialen Kontext. Aber das Motto “Verantwortung für die Verantwortungsbewussten” (frei nach Anton Szandor LaVey) hilft, Dinge und Taten in Relation zu setzen und zu entscheiden, welchen Einfluss meine Taten haben. Ich betrachte es quasi als lockere Ernsthaftigkeit gegenüber dem Leben.
II. Kontrolle, Ohnmacht und Gelassenheit
(Meine) Emotionale Energie ist kostbar und vor allem ist sie begrenzt. Deshalb begehe ich nicht mehr den Fehler, sie auf alles zu verschwenden, das laut, dramatisch und empörend ist. Nur weniger Dinge im Leben sind es wirklich wert, sich emotional damit zu beschäftigen - oder sich überhaupt damit zu beschäftigen.
Das Motto lautet “It is what it is”. Oft wird dieser Satz belächelt, als Meme abgetan oder aus Ausdruck emotionaler Verdrängung misinterpretiert. Einige sehen ihn auch als ein Spruch von Männern, die es nie gelernt haben über ihre Gefühle zu sprechen. Aber tatsächlich ist es die Wahrheit und für mich ein Leitsatz. Eine bewusste Haltung. Denn nicht alles im Leben lässt sich ändern, beeinflussen oder verstehen und das ist auch in Ordnung.
Den meisten Dingen gegenüber bin ich gleichgültig. Nicht aus Ignoranz, sondern weil ich akzeptiere und verstehe, dass das Leben mir gegenüber genauso gleichgültig ist. Ich versuche stattdessen, zwischen dem zu unterscheiden, was ich verändern kann und dem, was ich nur als Fakt akzeptieren kann. Ich wünsche mir die Klarheit beides zu erkennen und die Ruhe und Kraft, dementsprechend zu handeln. Viele Dinge sind nicht annähernd so schlimm, wie wir sie uns ausmalen und unsere Vortellung davon, ist meist belastender als die Realität selbst.
Ich bin mein eigener Gott, meine eigene treibende Kraft, in meinem eigenen Universum, das mein Leben ist. Was andere denken ist nicht völlig irrelevant, aber es darf auch nicht bestimmen, wer ich bin und wie ich mich fühle. Denn am Ende bin ich der einzige Mensch, der mein Leben nachhaltig verändern kann.
Das soll nicht heißen, dass ich mich aus allem heraushalte. Kritik üben, Missstände bennen und Dinge verändern ist wichtig und richtig, aber eben nur dann, wenn ich wirklich davon betroffen bin und ich auch Einfluss nehmen kann. Alles andere ist Lärm und Zeitverschwendung.
Gelassenheit heißt nicht, alles hinzunehmen. Es heißt nur, sich nicht selbst im Versuch zu verlieren, die Welt zu verbiegen. Sie fragt nicht wie ich mich fühle, denn es ist ihr egal und sie dreht sich einfach weiter. Will sagen: Man kann nicht alles ändern aber man kann definitiv aufhören, sich davon auffressen zu lassen.
III. Menschliches Maß
Ich bin nicht perfekt und das ist auch nicht mein Ziel, war es auch nie. Denn wirkliche Perfektion gibt es nicht, das sollte jedem klar sein. Es bringt auch nichts sich zu fragen ob man genug ist oder andere Selbstzweifel zu schüren. Warum und für wen denn überhaupt? Wer soll das entscheiden und warum sollte ich mich jemandes Urteil unterwerfen?
Einer der weniger Kalendersprüche, die wirklich Bezug zur Realität haben: Vergleich ist der Tod jeder Freude. Es wird immer jemanden geben, der besser, schneller, schöner, reicher oder einfach nur lauter ist. Und fast jedes Mal verliert man diesen Vergleich weil der Maßstab völlig beliebig ist.
Ganz bewusst spreche ich hier von oberflächlichen Vergleichen: Social Media, Statussymbole und generell inszenierter Unsinn. Das schafft nur unrealistische Erwartungen, die dazu verurteilt sind, bitter enttäuscht zu werden. Was man so im Internet oder selbst im vermeintlich perfekten Leben der Menschen im direkten Umfeld sieht, ist selten echt. Es ist eine gefilterte Realität, die eine auf Hochglanz polierte, 100% perfekte Welt zeigt. Kein Mensch kann dort je mithalten - nicht einmal die, die es posten und nach außen tragen.
Sicherlich gibt es auch objektive Kriterien, die sinnvolle Vergleiche ermöglichen, sei es im Job oder im Sport. Aber wozu denn? Was mein Kollege besser kann als ich ändert nichts an meinem Gehalt und nur weil Usain Bolt schneller sprintet als ich, ist meine Joggingrunde nicht schlecht. Am Ende geht’s im Leben um einen selbst. Um die eigenen Fortschritte, Grenzen und den eigenen Weg. Oft ist der nicht besser oder schlechter als der von anderen sondern einfach nur anders.
Was für andere richtig ist, muss nicht für mich stimmen und kann mir egal sein. Was andere können, muss ich nicht auch können. Man sollte Dinge tun weil sie einem Spaß machen und nicht weil man glänzen möchte. Schließlich schreibe ich obwohl ich kein Schriftsteller bin und vielleicht sogar ein glorifizierter Wort-Vorhersage-Algorithmus es besser könnte. Ich fahre auch ab und an mit (m)einem unpassenden Auto auf die Rennstrecke einfach weil es Spaß macht, mich erfüllt und ich gerne mal für ein paar Stunden so tue, als wäre ich ein echter Rennfahrer. Nicht alles braucht ein Ziel und vor allem ein Publikum.
Und genau das ist das menschliche Maß: ein Leben, das sich nach innen gut anfühlt ohne nach außen auffällig zu sein.
IV. Der innere Kompass
Man ist kein schlechter Mensch, nur weil man sich nicht für den Klimawandel und den Nahostkonflikt interessiert. Ebenso wenig ist man ein guter Mensch nur weil man freundlich zu Tieren ist, seinen Müll trent und die LGBTQ+-Community ihr Ding machen lässt.
Ich lebe nach meinen eigenen moralischen Vorstellungen weil ich davon überzeugt bin. Und ich bin nicht davon abhängig, wie andere diese Werte bewerten. Sie müssen und werden nicht jedem Gefallen, aber sie sind konsistent und das ist das Wichtigste. Diese Konsistenz bedeutet, dass ich klare Vorstellungen an meine Mitmenschen habe. Wie sie sich zu verhalten haben und wie sit mit Verantwortung umgehen. Gleichzeitig bedeutet das, dass diese Maßstäbe auch an mich angewendet werden dürfen und müssen. Alles andere wäre feige und bequem.
Wenn man kritisiert, angefeindet oder moralisch verurteilt wird, muss man das aushalten können. Vor allem, wenn es überzogen, unpassend und sinnlos oder einfach unangebracht ist. Es sind nur Worte von fremden Menschen, sie können einem nichts anhaben. Tun sie es, sollte man einen Therapeuten aufsuchen und an sich selbst arbeiten.
Ein konsistenter innerer Kompass macht vieles einfacher. So muss ich nicht bei jeder Diskussion neu überlegen, auf welcher Seite ich stehen will. Ich weiß dadurch, was richtig ist und wonach ich leben kann. Das ist bereits genug um durchs Leben zu schreiten ohne sich ständig zu verbiegen.
Man braucht keine perfekte Moral sondern nur eine, die man selbst mit gutem Gewissen vertreten kann.
V. Psychische Hygiene
a) Ganz allgemein
Nicht jeder Mensch tut einem gut. Manche rauben kostbare Energie (siehe oben), machen klein und bringen Drama ins Leben, wo gar keines sein müsste. Ich nenne sie psychische Vampire und diese muss man erkenen und radikal aus dem eigenen Leben entfernen. Nicht jeder Mensch hat ein Anrecht auf einen Platz in meinem Leben nur weil er da ist und mir Energie rauben möchte, sei es unbewusst oder böswillig.
Ich, jeder, habe das Recht, das mir Dinge egal sind. Vielleicht darf ich sogar ignorant sein. Ich muss nicht jedes Leid der Welt spüren, nicht jeden Konflikt live mitverfolgen und nicht jedern Weltuntergang innerlich durchleben. Dinge, die einen nicht betreffen, zu ignorieren ist ein Privileg, ja, aber eines, das ich bewusst nutze, um gesund zu bleiben.
Denn wer fünfmal täglich die Nachrichten checkt und sich jahrelang permanent in den Schädel presst wie scheiße alles ist, sich in jeden Shitstorm stürzt und jeden noch so kleinen Streit im Internet verfolgt, der füttert seine Psyche (bewusst!) mit Gift und macht sich selbst kaputt. Dann doch lieber rausgehen, ein Buch lesen oder ein Konzert besuchen. Lieber mit einem Freund sprechen als mit dem Algorithmus oder einer KI. Die 2000er Kids werden sich erinnern: Die Leier unsere Eltern, das böse böse Handy sei schuld. Sie hatten recht. Es ist das Handy.
Es hilft auch, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass Menschen evolutionär darauf gepolt sind, nur auf das Schlechte zu achten. Es brennt sich tiefer ein und fällt stärker auf. Und wenn jemand besonders laut, dumm oder asozial (manchmal auf alle drei) ist, dann rückt die leise Mehrheit schnell in den Hintergrund. Die meisten Menschen sind intelligent und nett oder zumindest nur nett. Das sollte man nie vergessen. Aber all das möchte ich nicht mehr hören und deswegen filtere ich es radikal.
Stattdessen konzentriere ich mich auf das, was wirklich wichtig ist und mich persönlich nach vorne bringt: Hobbys, Leidenschaften, mein Job (von dem ich das große Glück habe, Leidenschaft und Beruf kombinieren zu können), die kleinen Dinge im Leben, die sonst untergehen. Nicht unbedingt weil sie rational sinnvoll sind, sondern weil sie meinem Leben einen Sinn geben.
b) Eine sehr persönliche Lektion
Meine erste Freundin hat mal etwas zu mir gesagt, das mich nachhaltig sehr geprägt hat. Etwas, das mich damals sehr wütend gemacht hat und bis heute hängen geblieben ist: “Weißt du, was dein Problem ist, Tobias? Du kannst einfach nicht glücklich sein”. Den exakten Wortlaut weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß, wie sehr es mich verletzt, empört und enttäuscht hat. Wie ich es überhaupt nicht verstanden habe. Allerdings weiß ich heute mit genug Abstand und auch etwas Demut, dass sie recht hatte. Es war nämlich nicht auf unsere Beziehung bezogen sondern auf mich als Menschen allgemein.
Lange Zeit war ich jemand, der überall das Haar in der Suppe gesucht hat. Alles war immer nur mittelmäßig, vieles hatte einen Haken und ich konnte stundenlang erklären, warum etwas eigentlich nicht so gut war, wie alle dachten (ein wahrer Deutscher quasi). Hinzu kam ein, zu der Zeit, schlechtes Umfeld, viele unschöne Erfahrungen und wahrscheinlich auch eine gewisse Veranlagung. Ich war einfach schon immer eher nüchtern und desillusioniert mit einem Hang zum Negativen.
Aber irgendwann hat es Klick gemacht. Ich habe verstanden, dass es mich kaputt macht, immer zuerst das Schlechte zu sehen und dass ich nichts verbessere und schon gar nicht glücklich werde, dass ich mir nur selbst schade. Deswegen ignoriere ich heute vieles. Nicht, weil ich naiv bin, sondern weil es einfach egal ist - und ich meine faktisch und wahrheitlich egal. Einfach belanglos. Ich habe gelernt keine Energie mehr für Dinge zu verschwenden, die mir nichts bringen.
Und noch etwas habe ich verstanden. Etwas, das lange gebraucht hat, um sich in mir zu formen:
Ich habe gar nicht sie vermisst, zumindest nicht wirklich. Was ich vermisst habe, war die Zeit und all die die Gefühle. Die kleinen Abenteuer und das Neue, Aufregende. Alles, was wir zusammen erlebt haben, aber nie sie als Person. Denn sie hat mich einfach nur zurückgehalten und mir nicht gutgetan.
Wass ich sagen möchte: Oft vermissen wir nicht den Menschen, sondern die Zeit, die wir mit ihm verbinden. Wir hängen an den Erinnerungen und den Momentaufnahmen unseres Lebens, aber nicht an der Person. Wenn dir jemand nicht guttut, dann musst du loslassen. Man muss nicht an etwas festhalten nur weil es einmal schön war.
Das zu erkennen und zu reflektieren, daraus zu lernen, war ein riesiger Befreiungsschlag.
c) TL;DR
Ich konzentriere mich auf das Gute und kann es nur jedem empfehlen. Nicht im Sinne von “alles ist toll”, sondern weil man bewusst wählen sollte, was im eigenen Leben Raum bekommt. Die echten Probleme lösen sich keinesfalls durch Verdrängung, aber so werden sie auch nicht kleiner, wenn man sie mit Müll vermischt, der gar keine Rolle spielt. Das meiste, mit dem man alltäglich konfrontiert wird, ist einfach nicht wichtig.
VI. Über das Menschsein
Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, das Leid der ganzen Welt zu tragen. Unsere Psyche hat sich entwickelt, um sich um den eigenen Kreis zu kümmern: Unsere Familie, Freunde und vielleicht noch das eigene Dorf. Aber nie um das Elend auf allen Kontinenten, um alle politischen Konflikte in jeder Sekunde des Tages. Und dennoch wird erwartet, dass wir alles fühlen und Haltung zeigen, Stellung beziehen. Aber das ist zu viel! Wir haben dafür schlichtweg nicht die Kapazität und wer etwas anders behauptet, lügt. Es ist keine Schwäche, das zuzugeben, und ebenso ist es nicht moralisch verwerflich. Ich darf mich auf mein Leben und meine Welt konzentrieren, das ist reiner Selbstschutz.
Normal und gesund ist es auch, Dinge und Menschen nicht zu mögen. Ja manchmal sogar zu hassen. Diese Gefühle sind da. Sie sind menschlich, tief eingraviert in unsere Psyche und sie werden niemals verschwinden, so sehr wir es uns auch einreden. Wenn wir so tun als wären sie nicht da, werden sie sich früher oder später auf ungesunde Weise entladen. Ungesund hingegen, ist es sich selbst zu belügen und auf Krampf nur das Positive zu sehen, wenn man doch eigentlich wütend und unzufrieden ist. Um erneut den großartigen Hohepriester der Church of Satan, Anton Szandor LaVey, zu zitieren: “Satan* represents undefiled wisdom instead of hypocritical self-deceit!”. (*: Satan ist eine Metapher für das menschliche Individuum) Der entscheidende Faktor ist, sich nicht davon kontrollieren zu lassen und nicht aus Hass zu handeln. Ihn statdessen anzuerkennen, zu verstehen und kontrolliert abzubauen. Die Grenze zu Tieren ist hauchdünn und wie Tiere haben auch wir irrationale Impulse, Schattenseiten und Triebe. Das einzige, was uns unterscheidet, ist die Fähigkeit, damit umzugehen.
Was mir dabei hilft, ist Struktur. Jeder Mensch braucht Rituale und Regeln, sei es unbewusst oder bewusst. Dogmen und Überzeugungen. Etwas, woran man sich festhalten kann, wenn alles schwankt. Diese Regeln kann man sich aber nicht aufzwingen lassen (Stichwort: The current thing), sondern man muss sie selbst für sich finden, da sie höchst individuell sind.
Struktur allein reicht aber nicht, man muss auch seine Emotionen kennen und verstehen. Sich selbst aushalten, sich selbst verstehen und akzeptieren, an sich selbst arbeiten. Sich selbst das Recht geben, Gefühle und Emotionen zu haben ohne sich von ihnen beherrschen zu lassen.
VII. Ausblick
Ich bin okay, man könnte sogar sagen mir scheint die Sonne aus dem Arsch. Ich bin glücklich. Nicht in jedem Moment und nicht ohne Zweifel oder Schwankungen und ich weiß auch, dass alles endet, so auch Glück. Ich erlebe es vielmehr auf diese ruhige und sortierte, ausgeglichene Art. Nicht alles wird leicht und auch harte Zeiten werden kommen. Trotzdem gibt es nur einen Weg: Nach oben.
Ich wünsche mir, dass mehr Menschen meine Ansichten teilen und verstehen, deswegen habe ich sie niedergeschrieben. Ich denke, dass das uns allen nutzen würde. Nennen wir es egoistischen Altruismus.
Wenn es jemanden bewegt oder zumindest zum Nachdenken anregt, dann schön, ansonsten auch egal. Ich habe zumindest endlich einmal das Wirrwarr in meinem Kopf koheränt aufgeschrieben.